Leipziger Entwickler präsentieren sich auf der GCO - Fakt Software und G.Labs wollen wachsen
Leipzig. Der Markt für Online-Spiele wächst rasant. Auch zwei Leipziger Entwickler mischen erfolgreich in der Branche mit – und wollen weiter expandieren. Das Start-Up-Unternehmen G.Labs plant, noch in diesem Jahr zehn neue Mitarbeiter einzustellen. „Wir sind auf Wachstum getrimmt“, sagte Firmengründer Martin Richter, der momentan 20 Leute beschäftigt, gegenüber LVZ-Online. Auch die Macher von Fakt Software, die ihren Firmensitz erst in diesem Jahr von Zwickau in die Messestadt verlegt haben, wollen ihr Team nach eigenen Angaben von 15 auf 20 Mitarbeiter vergrößern.
Beide Unternehmen sind in diesem Jahr mit einem Stand im Businessbereich der Games Convention Online (GCO) vertreten. Mit Branchenriesen wie Bigpoint oder Gameforge, die teilweise Millionenbeträge in die Entwicklung neuer Spiele investieren, können die Leipziger zwar noch nicht mithalten. Dennoch hat Fakt Software von seinem Titel "Crazy Machines" insgesamt bereits über eine Million Exemplare verkauft – sowohl für PC und Konsolen als auch für mobile Geräte wie das iPhone von Apple.
„Das iPad ist für uns sehr sexy“
Im August soll ein Nachfolger des preisgekrönten Geschicklichkeitsspiels für Nintendos Wii-Konsole erscheinen. Auch eine Version für das iPad wollen die Leipziger entwickeln. „Von der Bedienung her ist das Gerät für uns sehr sexy. Es passt perfekt zum Spielprinzip von Crazy Machines, man kann dann die Bauteile für die Kettenreaktions-Maschinen einfach auf dem Bildschirm mit den Fingern bewegen“, erklärt Andreas Lenk, einer der Geschäftsführer des Unternehmens.
Foto-Impressionen von der GC Online 2010
Neue Wege will Fakt Software künftig beim Vertrieb und der Finanzierung der Spiele gehen – vor allem im Internet. „Dadurch ergeben sich für uns ganz neue Möglichkeiten, auch ohne einen Publisher Spiele zu veröffentlichen und somit Kosten zu sparen “, erklärt Geschäftsführer Falk Möckel. „Langfristig streben wir die eigene Finanzierung unserer Spiele an, um nicht auf die Unterstützung Dritter angewiesen zu sein“, blickt er in die Zukunft.
Bereits komplett auf Online- und Mobile-Games hat sich die 2005 gegründete Firma G.Labs spezialisiert. Ihre kostenlosen Browserspiele "Oil Imperium" und "Venezianer" zählen bereits rund 90.000 Nutzer weltweit – Tendenz steigend. „Der Markt ist noch längst nicht gesättigt“, sagt Martin Richter. Vor allem in Ländern wie China, Indien und den USA sowie in Südamerika stecke noch großes Potenzial.
Gebremste Erwartungen an die GC Online
Foto: dpa
Mit neuen Sprachversionen seiner Spiele will der Leipziger Entwickler international weiter expandieren, arbeitet aber auch an neuen Projekten. „Wir beschäftigen uns derzeit verstärkt mit Social Games für Facebook. Die soziale Komponente ist für uns ein großes Thema“, meint Richter. 2011 will das Unternehmen aber zunächst ein neues Browsergame auf den Markt bringen – der Titel ist bislang noch geheim. „Es wird etwas abgefahrenes“, verspricht der G.Labs-Chef.
An die GCO stellen die beiden Leipziger Entwickler unterschiedliche Erwartungen. Während sich Falk Möckel von Fakt Software das Knüpfen neuer Geschäftskontakte verspricht, gibt sich Richter eher zurückhaltend: „Wir erwarten nette Gespräche, aber es ist schon ein großer Unterschied zu den Jahren zuvor.“ Bei der GCO-Premiere 2009 sei der Businessbereich ein großer Erfolg gewesen, weil viele internationale Fachbesucher vor Ort waren. Da in diesem Jahr beispielsweise ein wichtiges Land wie Südkorea fehle, werde die GCO nach der Umwandlung zur Fachschau nicht mehr als „die Messe“ wahrgenommen – im Gegensatz zur Kölner Gamescom im August. Auch dort wird G.Labs laut Richter vertreten sein. „Für uns ist die GCO daher nur ein Intermezzo.“
Robert Nößler